Retargeting wie die Großen

Vor Kurzem erst stolperte ich bei meiner täglichen Social-Media-Routine auf eine Retargeting-Anzeige des Online-Riesen amazon.de. Dabei war ich auf Instagram unterwegs und untersuchte die neuesten Beiträge meiner Freunde. Nach kurzem Scrollen wurde mir bereits eine Anzeige mit Winterstiefeln, welche ich circa eine Woche zuvor auf amazon.de betrachtet habe, ausgespielt.

 

Doch wie funktioniert das Spiel der Großen nun?

Wie bereits die ein oder andere Großmutter früher zu ihren Enkeln sagte „von den Großen kannst du noch viel lernen“. Denn mit Retargeting lassen sich Bestandskunden wie auch potenzielle Kunden (re)aktivieren. Dabei werden Website-Besucher und deren individuellen Besuche mit beispielsweise Google Analytics protokolliert. Daraufhin werden diese Daten von Retargeting-Anbietern wie beispielsweise Google AdWords verarbeitet und der Kunde zu gegebener Zeit – entsprechend den unterschiedlichen Algorithmen – erneut angesprochen.

 

Das Ganze im Detail

Hierzu ein Beispiel: Ich – Felix Prosch – besuche Amazon und begebe mich auf die Suche nach schwarzen Winterstiefeln. Gegen Ende meiner Suche habe ich mich für ein bis drei Produkte entschieden. Jedoch entschließe ich mich dazu, die Suche bzw. die endgültige Produktentscheidung auf einen anderen Tag zu verlegen, da im Agenturalltag noch einige andere to do’s anstehen. Dieser Besuch wurde nun protokolliert und für die spätere Verarbeitung gesichert. Aufgrund des vielfältigen Agenturalltags hat sich das Thema Schuhkauf relativ schnell verflüchtigt und wurde nahezu komplett vergessen. Nach einigen Tagen – lassen wir es fünf sein – erinnert mich amazon.de mit einer bei Instagram dynamisch geschalteten Banner-Werbeanzeige daran, dass ich doch endlich mal diese schicken Winterstiefel kaufen sollte. Eh’ ich mich versah, landete ich im Checkout-Prozess auf amazon.de und bin nun glücklicher Besitzer von warmen, schicken und stabilen Winterstiefeln. Worauf dieser Artikel hinaus soll…

 

Fazit

… Retargeting bzw. Remarketing – der Begriff Remarketing kommt von Google und kann weitestgehend als Synonym verwendet werden – kann auf kurze Sicht nicht nur mehr Conversions, sondern auch auf lange Sicht eine höhere Zahl an Stammkunden durch wiederholte Markenwahrnehmung, Erinnerung an potenzielle Kaufabsichten uvm. generieren, weshalb immer mehr Webshop-Betreiber darauf setzen sollten. Doch nicht nur für Webshop-Betreiber bieten sich solche Themen an – auch im Bereich des B2B wird Retargeting immer interessanter. Denn immer weitere B2B-Unternehmen setzen mehr und mehr auf E-Commerce-Lösungen, welche es ermöglichen, auch sehr individuelle und spezifische Produktlösungen online zu verkaufen. Hier bietet sich ebenfalls das Thema Retargeting bestens an, um (potenzielle) Kunden zu reaktivieren und zur Kontaktaufnahme oder zum Kauf zu animieren. Ob sich Retargeting für das eigene Unternehmen lohnt, hängt weiterhin vom Einzelfall ab. Pauschal lässt sich jedoch festhalten: Retargeting bietet attraktive Modelle zur Kunden(re)aktivierung. Diese Methoden werden oft noch nicht genügend von Website-Betreibern ausgeschöpft.

Übrigens: Ein interessanter Artikel zum Thema E-Commerce im Bereich B2B erschien erst vor Kurzem auf Xing.